22/12/2025
Liebe Freunde und Freundinnen, liebe Leser und Leserinnen das GartenWEden Verlags,
die Weihnachtszeit bringt nicht nur Freude, sondern auch die Möglichkeit, an all jene zu denken, die uns besonders am Herzen liegen. Mit der Geschichte, der Tannenbaum, geschrieben von Georg Hart, einem Herzensmenschen, wünschen wir euch ein frohes Fest und alles Gute für das kommende Jahr.
Herzliche Weihnachtsgrüße
Euer GartenWEden Verlag
Der Tannenbaum
Geschichte von Georg Hartl
Es war einmal ein Tannenbaum, der war noch zart und fein.
Der Tag war jung und er noch klein, doch wollt er ganz schnell mächtig sein.
Zart und fein erschien die Sonne am Horizon, langsam stieg sie empor und wurde größer und mächtiger.
Das war wunderbar.
Je weiter sie emporstieg, desto schneller wuchs der Tannenbaum.
Als am Mittag die Sonne am höchsten stand, war der kleine Tannenbaum 30 Meter hoch.
„So groß wie Mama und Papa, größer als Oma und Opa,“ sagte der nun große Tannenbaum zu ihnen. „Seht doch wie groß und mächtig ich nun bin. Das, wozu ihr Jahrzehnte brauchtet, habe ich an einem Tag geschafft.“
Die Zeit blieb nicht stehen, Mittag was vorüber und die Sonne folgte weiter ihrer Bahn über den Himmel, sie wurde wieder klein und zart, ihr Glanz wurde schwächer.
Da fragte der kleine, große Tannenbaum die Sonne: „Sonne, wo gehst du hin? Warum verlässt du mich?“
Er wurde traurig, vor Ku**er und Kälte wurde er schwächer und seine Nadeln begannen abzufallen.
Die Sonne senke sich weiter, bis sie aus seinem Blickwinkel verschwand, klein und zart, wie sie am Morgen erschienen war.
Von dem kleinen, mächtigen Tannenbaum blieb, nachdem er alle Nadeln verloren hatte, nur ein hässliches, nacktes Gerippe übrig.
Da sprach der kleine, traurige Tannenbaum: „Ich bin alt und struppig geworden,“ zu sich selbst.
„Was soll denn das? Für das, wozu andere Jahrzehnte benötigen, habe ich an einem Vormittag geschafft und der Nachmittag soll der Rest meines Lebens gewesen sein?!“
„Ist mein Lebensziel erreicht?“
Die Nacht brach an, der kleine, nackte Tannenbaum meinte, dass er nun einschlafen und am nächsten Morgen nicht wieder aufwachen würde.
Es war einmal ein Tannenbaum, der war noch klein und zart, doch wollt er groß und mächtig sein….
Der Tag begann, die Sonne erschien klein und zart am Horizont.
Der kleine, müde Tannenbaum blinzelte ihr entgegen, schaut sie an und freute sich sehr,
klein und zart zu sein….
Dann lachte er über sich, denn auch Tannenbaume träumen manchmal bei Nacht.
Der kleine zarte Tannenbaum freute sich über die Wunder, die wir in unseren Träumen erleben dürfen.