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Wir rücken sie in den Mittelpunkt. Was dachten, hofften, liebten sie? Aber auch: was fürchteten oder hassten sie? Und vor allem: was taten sie? Wasbishergeschah ist eine Plattform, die mit Forscher:innen und angesehenen Fachzeitschriften zusammenarbeitet. Wir wollen historisches Wissen zugänglich machen. Am Puls der Zeit. Auf der Höhe der Forschung.

Das Massaker von Rechnitz, Burgenland, ist eines von vielen Endphasenverbrechen an jüdischen Zwangsarbeiter:innen aus Un...
24/03/2025

Das Massaker von Rechnitz, Burgenland, ist eines von vielen Endphasenverbrechen an jüdischen Zwangsarbeiter:innen aus Ungarn, die am sogenannten „Südostwall“ arbeiten mussten.

Die Zwillingsbrüder Vadász werden am 24. März 1945 zusammen mit etwa 180 anderen Gefangenen nahe dem „Kreuzstadl“ in Rechnitz erschossen. Der genaue Ort konnte bis heute nicht gefunden werden. Als hauptverantwortlich gelten der NSDAP-Ortschef Franz Podezin und Hans Joachim Oldenburg, der Gutsverwalter des Schlosses von Margit Batthyány. Batthyány selbst soll den Tätern geholfen haben, sich der Strafverfolgung zu entziehen.

Der „Kreuzstadl“ ist heute ein Ort der Erinnerung. Jährlich finden dort Gedenkveranstaltungen statt. Die Rechnitzer Flüchtlings- und Gedenkinitiative RE.F.U.G.I.U.S. organisiert Aktivitäten vor Ort und hält die Erinnerung an die Ermordeten wach. Anlässlich des jährlichen Gedenkens fand heuer eine von RE.F.U.G.I.U.S. organisierte Tagung zu den Themen Antisemitismus und Rechtspopulismus statt. Die aufgezeichneten Vorträge sind in den nächsten Tagen auf der Homepage des Vereins zugänglich.

Weiterführend:
Walter Manoschek (Hrsg.), Der Fall Rechnitz. Das Massaker an Juden im März 1945, Wien 2009.



Bilder:
1) Wikimedia, Bundesarchiv, Bild 146-1994-027-34 / CC-BY-SA 3.0, Polen, jüdische Zwangsarbeiter:innen, 1941.
2) Wikimedia, Schloss Rechnitz.
2) Wikimedia, Niederlande, Wehrmachtsoldaten feiern, 1941–1942.
3, 4) Wikimedia, Steindy BY-SA 3.0, Bahnhof Rechnitz.
4, 6) RE.F.U.G.I.U.S., Géza und Árpád Vadász.
5) Wikimedia, Bundesarchiv, Bild 102-00198 / CC-BY-SA 3.0, Vorbereitung des Hitler-Putsches, 1923.
7) ÖNB Bildarchiv / Franz Blaha, Ein Volksgerichtsprozess gegen einen Gestapo-Spitzel, 1947.
8) RE.F.U.G.I.U.S. / W. Reiss, Ausgrabungen in Rechnitz.
10, 11) RE.F.U.G.I.U.S / production Borbala Kriza /Walter Reiss, Interview mit Gabor Vadász während Ausgrabungen.
13) Wikimedia, Tausch der Straßenschilder in Trier, 1945.

Der Inuk Abraham nimmt 1880 mit seiner Familie an „Hagenbecks Völkerschau“ teil. Solche „Menschenzoos“ gibt es in Europa...
21/03/2025

Der Inuk Abraham nimmt 1880 mit seiner Familie an „Hagenbecks Völkerschau“ teil. Solche „Menschenzoos“ gibt es in Europa bis in die 1930er-Jahre, vereinzelt sogar noch nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie stellen Menschen aus anderen Erdteilen als unterlegene „Wilde“ dar und verbreiten ein rassistisches und kolonialistisches Menschenbild.



Bilder:
1) 4) 7) Wikimedia, Familienfoto mit Ulrike, Maria, Tobias, Abraham, Sara, 1880, (CC-Zero).
1) 5) Wikimedia, Zuschauer:innen bei einer Völkerschau in Paris, 1905.
2) Wikimedia, Garrote88, Tourist mit Kamera, 2015 (CC-BY-SA-4.0).
3) Wikimedia, Abraham, 1880, (CC-Zero).
3) 9) Wikimedia, Johan Adrian Jacobsen, 1881, (CC-Zero).
5) Wikimedia, Tierpark Hagenbeck, Hamburg, 1874, (CC-Zero).
6) Wikimedia, Jacob Martin Jacobsen, Tobias, Abraham, Ulrike, Sara und Maria während Hagenbecks Völkerschau, 1880 (CC-Zero).
6) Wikimedia, Peitsche, 1791.
9) Wikimedia, Kawesqar bei Hagenbecks Völkerschau, Paris, 1881.
10) Wikimedia, Abraham im Kajak, 1880, (CC-Zero).

Gedenkveranstaltung:Nächste Woche jährt sich das Massaker von Rechnitz. Die lokale Gedenkinitiative "Refugius" lädt desh...
18/03/2025

Gedenkveranstaltung:
Nächste Woche jährt sich das Massaker von Rechnitz. Die lokale Gedenkinitiative "Refugius" lädt deshalb kommenden Sonntag zu einer Gedenkfeier in Rechnitz. Unter anderem liest Klaus Maria Brandauer Gedichte des Holocaust-Opfers Miklós Radnóti.
Weitere Infos im Posting unten.


Und eine weitere Empfehlung:
Am Samstag lädt "Refugius" aus diesem Anlass auch zu einer Tagung ins Offene Haus Oberwart bei der unter anderem die Historikerin Isolde Vogel über völkisches Denken und Antisemitismus referiert.
Mehr Infos auf der FB-Seite des Vereins.

Was beim Massaker von Rechnitz geschah und wie mit den Ereignissen in den folgenden Jahrzehnten umgegangen wurde erfahrt ihr in unserem Posting nächste Woche.

Gedenkfeier für alle Opfer des Südostwallbaus
Kreuzstadl Rechnitz, So. 23. März 2025
Mit
Klaus Maria Brandauer
Paul Gulda
Shmuel Barzilai
Bogdan Laketic
https://www.refugius.at/index.php/de/

August 1941: Die sechsjährige Wilma wird in die Heilanstalt „Am Spiegelgrund“ bei Wien verlegt. Wilma ist blind und hat ...
15/03/2025

August 1941: Die sechsjährige Wilma wird in die Heilanstalt „Am Spiegelgrund“ bei Wien verlegt. Wilma ist blind und hat nach einer Fiebererkrankung eine Gehbehinderung. Die Verlegung bedeutet ihr Todesurteil. Ihre Mörderin Margarethe Hübsch wird nach dem Krieg freigesprochen.

Der Post basiert auf einem Blogbeitrag, der von Maximilian Langbrugger im Rahmen eines MA-Seminars an der Universität Wien erarbeitet wurde. Link in der Bio.

Weiterführend:
Herwig Czech, Der Spiegelgrund-Komplex: Kinderheilkunde, Heilpädagogik, Psychiatrie und Jugendfürsorge im Nationalsozialismus, in: Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften 25/1 (2014), 194–219.

Herwig Czech/Wolfgang Neugebauer/Peter Schwarz, Der Krieg gegen die „Minderwertigen“. Zur Geschichte der NS-Medizin in Wien, Wien 2018.

Bilder:
1) 3) 6) 7) Anno, Neues Österreich, 16.7.1946, Angeklagte Ärzt:innen von Steinhof (darunter Margarethe Hübsch).
1) ÖNB, Franz Blaha, Kinder in der „Heilanstalt“ am Steinhof nach der Befreiung, 1945.
2) 3) Wikimedia, Detail Klassenzimmer in Leipa, um 1940.
2) Wien Museum, Paul Ledermann, Heil- und Pflegeanstalt Am Steinhof, 1922.
5) Bundesarchiv, Friedrich Franz Bauer, Kinder mit Lernschwächen in der „Heilanstalt“ Schönbrunn, 1934 (CC-BY-SA 3.0).
6) Wikimedia, Verlegung von Menschen mit Behinderungen im Rahmen „Aktion T 4“ aus der Diakonie Neuendettelsau, 1941.
9) Bundesarchiv, Ärzteprozess in Dresden, 1947 (CC-BY-SA 3.0).
10) Bundesarchiv, Kinder mit Behinderungen in einer Anstalt, 1934 (CC-BY-SA 3.0).

Straßburg, 15. Jahrhundert: Die Weberzunft fordert, dass Frauen nur noch Schleier herstellen dürfen. Bis heute erfahren ...
13/03/2025

Straßburg, 15. Jahrhundert:
Die Weberzunft fordert, dass Frauen nur noch Schleier herstellen dürfen. Bis heute erfahren Frauen im Handwerk oft Ablehnung. Im Spätmittelalter stehen Frauen handwerkliche Berufe eigentlich offen. Doch auch damals beschweren sich Männer über weibliche Konkurrenz.

Weiterführend: Sabine von Heusinger, Die Zunft im Mittelalter. Zur Verflechtung von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Straßburg, Stuttgart 2009.

Bilder:
1) 3) Wikimedia, Kaspar Burkhardt, Bauernstube im Appenzell (Weberin), 19. Jahrhundert.
1) Deutsche Fotothek, Hans Sachs, Der Weber, 1568.
2) Wikimedia, Leonhard Beck, Der junge Maximilian in der Münzanstalt, 16. Jahrhundert.
4) Wikimedia, Ansicht der Stadt Straßburg im Elsass, um 1490.
5) Archives of American Art, Sol Horn, Sheva Ausubel, 1937.

In der Nacht vom 11. auf den 12. März 1938 übernehmen die Nationalsozialisten in Österreich die Macht. In den folgenden ...
12/03/2025

In der Nacht vom 11. auf den 12. März 1938 übernehmen die Nationalsozialisten in Österreich die Macht. In den folgenden Tagen prägen vor allem in Wien die sogenannten „Reibpartien“ das Straßenbild: N***s zwingen Jüdinnen und Juden, mit Bürsten oder ihren bloßen Händen die Straßen zu schrubben. Dabei entfernen sie politische Parolen des Austrofaschismus, die für die Unabhängigkeit Österreichs von NS-Deutschland werben. Auch der Medizinstudent Rudolf Stern wird am 15. März 1938 zum Opfer einer „Reibpartie“ im 3. Wiener Gemeindebezirk. Davon gibt es sogar ein Foto: Rudolf Stern ist der Mann im weißen Hemd. Der Täter Josef Brettschneider steht in der Mitte des Bildes. Über ein Jahrzehnt nach Aufnahme des Fotos sagt Rudolf Stern gegen Brettschneider vor Gericht aus.

#1938

Weiterführend:
Dieter Hecht, Demütigungsrituale – Alltagsszenen nach dem „Anschluss“ in Wien, in: Werner Welzig (Hg.): "Anschluss", Wien 2010.

Monika Sommer/Nicole-Melanie Goll/Stefan Benedik/Georg Hoffmann/Birgit Johler/Heidemarie Uhl (Hg.), Was ist Österreich? Menschen und Geschichten in 101 Objekten, Wien 2019.

Eintrag zu Rudolf Stern im Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Wien 1938.

Bilder:
1) 3) 7) 8) Wikimedia, Foto einer „Reibpartie“ in Wien-Landstraße mit Josef Brettschneider (stehend in der Mitte) und Rudolf Stern (kniend im weißen Hemd), 15.3.1938.
1) 3) 6) Getarchive/pixaby.com, Student, 2016 (CC0 1.0).
2) ÖNB Bildarchiv, „Anschluss“ in Wien, 1938.
2) ÖNB Bildarchiv, jubelnde Menschen beim „Anschluss“ in Wien, 1938.
5) Wikimedia, „Reibpartie“ in Wien, 1938; ÖNB Bildarchiv, „Reibpartien“ in Wien, 1938.
6) ÖNB Bildarchiv, Bank mit Aufschrift „Nur für Arier“, 1938.
9) Wikimedia, Bundesarchiv, Bild 152-65-04, SS-Razzia bei der jüdischen Gemeinde in Wien, März 1938 (CC-BY-SA 3.0).

Bei einem Kärntner Faschingsumzug tragen zwei Personen Roben des Ku-Klux-Klans. Obwohl der Bund für Gewalt und Mord steh...
11/03/2025

Bei einem Kärntner Faschingsumzug tragen zwei Personen Roben des Ku-Klux-Klans. Obwohl der Bund für Gewalt und Mord steht, sehen viele User:innen auf Social Media kein Problem darin.

Deshalb reposten wir unseren Beitrag von April 2023 über das Colfax-Massaker.

Vor 150 Jahren führen die Wahlen im US-Bundesstaat Louisiana zu einem Blutbad: Weiße Demokraten töten 150 Schwarze Republikaner. Sie wollen nicht, dass die ehemaligen Sklav:innen Rechte bekommen. Mitglieder des Ku-Klux-Klans sind daran beteiligt. Es ist eines von vielen Verbrechen, die der Bund begeht.

Danke an Ralf Christoph Wuggenig für den Hinweis auf die KKK-Kostüme am Faschingsumzug.

Weiterführend:
Charles Lane, The Day Freedom Died: The Colfax Massacre, the Supreme Court, and the Betrayal of Reconstruction, New York 2008.




Bilder:
1, 7) Wikimedia, Colfax-Massaker, Die Toten und Verwundeten werden weggebracht, 1873.
2) Screenshots, 5 Minuten: Facebook-Posting; User:innen-Kommentare Facebook und Instagram, 6.3. und 10.3.2025.
3) Wikimedia, Karikatur von Thomas Nast „Über die Abschaffung der Sklaverei nach dem Bürgerkrieg“, um 1865.
4) Wikimedia, Ehemalige Sklaven wählen in New Orleans, 1867.
5) Wikimedia, Andrew Johnson während des Wahlkampfes 1866, 1868.
6) Wikimedia, Zwei Mitglieder des Ku-Klux-Klans in ihren Verkleidungen, 1868.
8) Wikimedia, Red Shirts vor einem Wahllokal in North Carolina, 8. November 1898.
9) Wikimedia, „Inspecting the Democratic Curiosity Shop“, um 1880.
10) Wikimedia, Christian VI. König von Dänemark und Norwegen mit seinem „Kammermohr“.

Am 8. März demonstrieren Frauen* beim Internationalen Feministischen Kampftag seit über 100 Jahren für ihre Rechte. Die ...
08/03/2025

Am 8. März demonstrieren Frauen* beim Internationalen Feministischen Kampftag seit über 100 Jahren für ihre Rechte. Die Sozialistin Clara Zetkin initiiert den Tag 1910 als „Internationalen Frauentag“. Ihr geht es damals um den Kampf für das Frauenwahlrecht.

Bilder:
1) Wikimedia, Clara Zetkin, 1923.
Wikimedia, Internationaler Frauentag in Petrograd, 1917.
Wikimedia, Karl Maria Stadler, Plakat zum internationalen Frauentag, 1914.
Pixabay.
2) Wien Museum, Anton Ziegler, Die Barrikade auf dem Michaelerplatz, 1848.
4) Wikimedia, Clara Zetkin und Käte Duncker in Magdeburg, 1910.
5) Wikimedia, Mutter mit Baby Ara Berkian, 1935.
Wikimedia, Schuschnigg-Anhänger, 1938.
6) Wikimedia, DR Hilfswerk Mutter und Kind, 1944.
7) Wikimedia, Mohammad Sayyad, Proteste zum Internationalen Frauentag in Teheran, 1979.
8) Flickr, De Havilland, Frauen*Streik-Demonstration in Leipzig, 2019 (CC BY-NC 2.0).
9) Wikimedia, Rana Javadi, Days of Blood, Days of Fire, 1979.

Die „Salpeterer“ leben im 18. Jahrhundert als Bauern im Schwarzwald – im damaligen „Vorderösterreich“ an der Grenze zur ...
06/03/2025

Die „Salpeterer“ leben im 18. Jahrhundert als Bauern im Schwarzwald – im damaligen „Vorderösterreich“ an der Grenze zur Schweiz. „Salpeterer“ heißen sie, weil einige ihrer Vorfahren in der Gewinnung von Salpeter gearbeitet haben. Die Substanz ist für die Herstellung von Schießpulver nötig. Immer wieder organisieren die „Salpeterer“ Aufstände und Proteste, um sich politische Rechte zu sichern. Maria Theresia lässt über 100 aufständische Bauern abschieben – in ein Gebiet im heutigen Rumänien. Nur wenige schaffen es zurückzukehren.



Weiterführend:
Stephan Steiner, Rückkehr Unerwünscht. Deportationen in der Habsburgermonarchie der Frühen Neuzeit und ihr europäischer Kontext. Wien/Köln/Weimar 2014.

Bilder:
1) 2) 3) Getarchive, Einungsmeister in Hauensteiner Tracht, 1843.
1) 6) Wikimedia, Maria Theresia, 1759.
1) 4) Wikimedia, Kloster St. Blasius, 1739–1813.
3) Getarchive, Hauenstein, 19. Jh.
4) Wikimedia, Paul de Laubadère, Benediktinermönch, um 1900 (CC-BY-SA-4.0).
5) Wikimedia, Etienne Mahler, Benediktinermönch, 1932 (CC-Zero).
5) Wikimedia, Heugabel im Einsatz, 2007.
6) Getarchive, Hauensteiner, 1822.
8) Wikimedia, Pranger, 19. Jh.
9) Wikimedia, St. Blasius, 16. Jh.

Steiermark, 1960er: Ein frischgebackener Vater beschwert sich bei der Hebamme Maria Horner über sein Liebesleben. Seine ...
04/03/2025

Steiermark, 1960er: Ein frischgebackener Vater beschwert sich bei der Hebamme Maria Horner über sein Liebesleben. Seine Ehefrau soll „immer gleich müde und grantig“ sein. Horner macht ihm klar, was Sache ist: „Deine Frau hat vom S*x nichts außer Kinder.“

Weiterführend:
Maria Horner, Aus dem Leben einer Hebamme (Damit es nicht verlorengeht…), Wien/Köln/Graz 1985.

Bilder:
1) 3) Wikimedia, Franz Müller, Bauernporträt, um 1900.
Wikimedia, Hebamme, 1894.
1) Wikimedia, Bauernhaus in Waldbach, 1912.
2) ÖNB, Scheidl, Hebamme wäscht Baby, 1953.
4) IMS Vintage Photos, Eine Hebamme zeigt Eltern ihr Baby, 1962.

In Europa gibt es nur noch wenige Fälle von Kinderarbeit – dabei sind weltweit 160 Millionen Kinder betroffen. Vor 150 J...
01/03/2025

In Europa gibt es nur noch wenige Fälle von Kinderarbeit – dabei sind weltweit 160 Millionen Kinder betroffen. Vor 150 Jahren schuften noch tausende Kinder aus armen österreichischen Familien auf schwäbischen Bauernhöfen. Auch die Vorarlbergerin Regina Lampert wird als 10-Jährige auf dem Ravensburger Kindermarkt verkauft.

Weiterführend:
Regina Lampert, Die Schwabengängerin. Erinnerungen einer jungen Magd aus Vorarlberg 1864–1874, Zürich 2022.
Friedrich Stepanek, Schwabenkinder. Tiroler und Vorarlberger Kinder als Saisonshilfskräfte im Schwabenland, in: historia.scribere 3/1 (2009), 407–422.

Bilder:
1) 4) Wikimedia, E. Klein, Detail Einschiffung der Schwabenkinder in Bregenz, 1895.
1) 5) Wikimedia, Joseph Bayer, Der Sklavenmarkt in Ravensburg, 1849.
1) 6) Wien Museum, Albin Egger-Lienz, Säender Bauer, um 1935.
1) 9) Wikimedia, Regina Lampert mit ihren vier Töchtern, 1892.
2) Wikimedia, Kind in einer Ziegelei in Paraguay, 2008.
3) Rätisches Museum, Bündner Schwabenkinder in Arnach, 1907.
4) Wikimedia, E. Klein, Das Vermieten der Tiroler „Schwabenkinder“ in Ravensburg, 1895.
6) Wikimedia, Adolf Lins, Frühlingstag, 1895.
8) Wikimedia, Peter Scherer, Hütekinder in Friedrichshafen, 1891–1922.
10) Wikimedia, Peter Scherer, Tiroler Schwabenkinder bei der Ankunft in Friedrichshafen, 1891–1922.

Nach einem Studium an der University of California in Los Angeles kehrt Patricia Era Bath in ihre Heimatstadt New York z...
25/02/2025

Nach einem Studium an der University of California in Los Angeles kehrt Patricia Era Bath in ihre Heimatstadt New York zurück und arbeitet am Harlem Hospital. Dort fällt ihr auf, dass mehr Schwarze Menschen an Blindheit leiden als Weiße. Sie geht der Frage in einer Studie nach und kommt zu dem erschreckenden Ergebnis, dass in den USA doppelt so viele Schwarze Personen erblinden wie Weiße — vor allem an der Augenkrankheit „Grüner Star“. Daraufhin entwickelt sie das Konzept der „Community Ophthalmology“. Mobile Gesundheitskräfte untersuchen und informieren direkt vor Ort. Sie kann damit unzähligen Menschen das Augenlicht retten.

Als Forscherin vollbringt Bath noch eine weitere große Leistung: Sie entwickelt ein Verfahren, um mit Lasertechnik auch den „Grauen Star“ zu behandeln. Die Erfindung lässt sie patentieren und wird damit die erste Schwarze Frau in den USA, die ein medizinisches Patent hält. Auch durch diese neue Form der Augenchirurgie kann sie vielen Menschen die Sehkraft zurückgeben.

Februar ist ! Mehr findet ihr in unserem Blog. Link in Bio!

Weiterführend:
Patricia Era Bath, Rationale for a Program in Community Ophthalmology, in: Journal of the National Medical Association, 71/2 (1979), 145–148.

Pamela T. Roesch u.a., Life Expectancy Gaps Among Black and White Persons and Contributing Causes of Death in 3 Large US Cities, 2018–2019, in: JAMA Network Open 6/3 (2023).



Bilder:
1, 3) Wikimedia, Krankenschwester, Hausbesuch, New Orleans, 1936.
2, 3, 7) Wikimedia, Patricia Bath.
2) Wikimedia, Donald J. Trump, Cabinet meeting, 2017.
4) Wikimedia, Arbeiter, Chicago, 1973.
5) Unsplash.
6) Wikimedia, South Side, Chicago, 1973.
6) Unsplash, Optometrisches Instrument.
9) Unsplash.

Die „Genfer Flüchtlingskonvention“ von 1951 reagiert auf die Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit. ...
23/02/2025

Die „Genfer Flüchtlingskonvention“ von 1951 reagiert auf die Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit. Der Österreicher Paul Weis ist ein maßgeblicher Verfasser des Dokuments. Vor dem Krieg studiert er in Wien Rechtswissenschaften bei Hans Kelsen und promoviert in internationalem Recht. Nach dem „Anschluss“ 1938 muss er nach England flüchten. Seine eigene Fluchterfahrung führt ihn zu einem Engagement für Geflüchtete. Er wird Schutzdirektor der Internationalen Flüchtlingsorganisation (Vorgängerin von UNHCR) und Leiter der Rechtsabteilung des Amtes des Flüchtlingshochkommissars der UNO in Genf. Weis stirbt 1991 in der Schweiz. Trotz seiner wichtigen Arbeit ist Paul Weis in Österreich heute fast unbekannt.

Mehr über Paul Weis hört ihr in den Reden zur Preisverleihung des Paul Weis-Preises für Verdienste um die Menschenrechte 2023 – zum Beispiel auf Youtube.



Bilder:
1) 2) 6) 9) UNHCR, Paul Weis.
1) 8) Wikimedia, Bundesarchiv, Bild 183-S69279, Ankunft jüdischer Geflüchteter in London, 1939 (CC-BY-SA 3.0).
3) Wikimedia, Bundesarchiv, Bild 146-1972-028-14, „Anschluss“, Wien, 1938 (CC-BY-SA).
3) Wien Museum, Karl Wiener, „Trauriger Mann im Frühling“, 1944.
4) Wikimedia, Dachau-Außenlager Kaufering, 1945.
5) Wikimedia, درفش کاویانی, Stacheldraht, 2009 (CC-BY-SA-3.0).
6) Wikimedia, UN-Logo.
7) Wikimedia, Bundesarchiv, Bild 146-1985-021-09, Menschen auf der Flucht nach dem Zweiten Weltkrieg (CC-BY-SA 3.0).
10) Wikimedia, Benno Rothenberg/Meitar Collection/National Library of Israel/The Pritzker Family National Photography Collection/Israel State Archives, jüdische Familie auf der Flucht, Yemen 1950, (CC-BY-4.0).

Donald Trump droht heute: Wenn der Panamakanal nicht an die USA übergeben wird, will er Gewalt anwenden. Trump steht dam...
20/02/2025

Donald Trump droht heute: Wenn der Panamakanal nicht an die USA übergeben wird, will er Gewalt anwenden. Trump steht damit in einer langen Tradition von Großmachtsansprüchen. Eine französische Aktiengesellschaft startet den Kanalbau in den 1880ern – und nimmt dabei den Tod zehntausender Arbeiter aus den französischen Kolonien in Kauf.

Bilder:
1) 5) Imperial War Museum London, Malaiischer Malariakranker, 1943.
1) 6) Wikimedia, Disderi und Cie, Ferdinand de Lesseps, circa 1880.
1) Wikimedia, Schaufelbagger beim Bau des Panamakanals, 1896.
2) Wikimedia, Gage Skidmore, Donald Trump, 2016 (CC BY-SA 2.0).
Wikimedia, Webber, Panamakanal, 2001.
3) 7) Rijksmuseum, Felix Nadar, Ferdinand de Lesseps, circa 1872–1876.
Wikimedia, Charles Graham, Panamakanal, 1885.
4) Wikimedia, Bagger beim Bau des Panamakanals, 1886.
5) Wikimedia, Aleksandrs Balodis, Malariamücke, 2019 (CC BY-SA 4.0).
7) Wikimedia, Christian Wilhelm Allers, Journalist C. Jahnel, 1891.
8) New York Public Digital Gallery, Louis Gasselin, Prozess zu den Haymarket Bombings, 1886.
9) National Gallery of Jamaica, Edna Manley, The Diggers, 1936.

1929, Tirol: Der 9-jährige Richard Pucher wird von seinem Lehrer geschlagen, weil er sich an den Füßen kratzt. Der öster...
18/02/2025

1929, Tirol: Der 9-jährige Richard Pucher wird von seinem Lehrer geschlagen, weil er sich an den Füßen kratzt. Der österreichische Staat verbietet die Prügelstrafe an den Schulen erst in den 1980ern. Bis heute werden zehn Prozent der Buben im Land von ihren Eltern geschlagen.

Weiterführend:
Norbert Ortmayr (Hg.), Knechte. Autobiographische Dokumente und sozialhistorische Skizzen (Damit es nicht verlorengeht…), Wien/Köln/Weimar 1992.

Bilder:
1) Wikimedia, Theodor Hosemann, Prügelstrafe, 1842.
Belvedere, Mathilde Sitta-Allé, Winter in Ladis, 1925.
2) ÖNB, Kinder beim Rodeln im Winter, 1932–1936.
4) Bundesarchiv, Prügelstrafe, 1935 (CC-BY-SA 3.0).
5) Wien Museum, Verlagsanstalt Grapha, Donaustrom – Reichsbrücke, 1929.

Der 16-jährige Hellmut Heidlberger unterstützt in der NS-Zeit die Widerstandsgruppe „Neues freies Österreich“. Im Februa...
15/02/2025

Der 16-jährige Hellmut Heidlberger unterstützt in der NS-Zeit die Widerstandsgruppe „Neues freies Österreich“. Im Februar 1945 kommt er deshalb vor Gericht. Die Anklage lautet: „Vorbereitung zum Hochverrat“.

Der Post basiert auf einem Blogbeitrag, der von Valerie Limbach im Rahmen eines MA-Seminars an der Universität Wien erarbeitet wurde.

Weiterführend:
Christian Angerer, Maria Ecker-Angerer, Nationalsozialismus in Oberösterreich, Opfer. Täter. Gegner, Wien 2018.

Bilder:
1) 2) 4) 8) DÖW, Foto 9357, Hellmut Heidlberger.
1) Bundesarchiv, Roland Freisler beim Volksgerichtshof Berlin, 1944 (CC-BY-SA 3.0).
2) Wikimedia, Wolfgang Sauber, Postkarte Freistadt, 1904 (CC BY-SA 4.0).
3) 4) 9) DÖW, Ludwig Hermentin.
3) Bundesarchiv, Gruppe von HJ-Jungen, 1933 (CC-BY-SA 3.0).
5) Wikimedia, Wolfgang Sauber, Kriegsgefangenenlager und Spital in Freistadt, 1915 (CC-BY-SA 3.0).
6) Bundesarchiv, Gestapodelegation im KZ Mauthausen, 1941 (CC-BY-SA 3.0).
7) Archiv für Zeitgeschichte ETH Zürich, Schreibtisch Carl Lutz, 1943 (CC-BY-SA 3.0).
8) Bundesarchiv, Prozess im Volksgerichtshof, 1944 (CC-BY-SA 3.0).
9) Bundesarchiv, Einsatz einer Hitler-Jugend-Kompanie beim Volkssturm, 1945 (CC-BY-SA 3.0).
10) United States Holocaust Memorial Museum, Entnazifizierung in Köln, 1945.

1976 läuft der DDR-Tanker „Böhlen“ auf seinem Weg von Venezuela nach Rostock vor Frankreich gegen Felsen – und reißt dab...
14/02/2025

1976 läuft der DDR-Tanker „Böhlen“ auf seinem Weg von Venezuela nach Rostock vor Frankreich gegen Felsen – und reißt dabei auf. Doch anstatt das Schiff in einem nahen Hafen bergen zu lassen und die Menschen an Bord zu retten, steuert Kapitän Siegbert Rennecke die „Böhlen“ hinaus aufs offene Meer. Viele Stunden vergehen, bis das Schiff untergeht. 26 Menschen verlieren ihr Leben, nur 11 werden gerettet. Ein Ölteppich breitet sich im Meer aus. Nahe der Pointe du Raz in der Bretagne dringt das Öl der „Böhlen“ heute wieder an die Oberfläche – 50 Jahre nach dem Schiffsunglück.



Bilder:
1) 6) Wikimedia, Untergang der Amoco Cadiz, Bretagne, 1978.
1) Wikimedia, Bundesarchiv, Bild 183-R66982/Bittner, Kapitän am Steuer (CC-BY-SA 3.0).
2) Wikimedia, Richard Tanguy, Pointe du Raz, 2014 (CC-BY-2.0).
3) Bundesarchiv, Bild 183-N0329-0306/Jürgen Sindermann, Böhlen im Hafen von Rostock, 1973 (CC-BY-SA 3.0).
3) Pexels, Ray Bilcliff, stürmisches Meer.
5) Wannapik, Wannapik Studio, sinkendes Schiff mit austretendem Öl.
7) Wikimedia, Joel Luna Prado, Ölpest an der Küste, Spanien, 2022 (CC-BY-SA-4.0).
8) Wikimedia, Sludge G, DDR-Postkarte mit Trabi und anderen Autos (CC-BY-SA-2.0).
9) Wikimedia, TV BrasilGov, Öl am Strand, Brasilien, 2019 (CC-BY-2.5).
10) Wikimedia, Bundesarchiv, Bild 183-12958-0034, schlafende Schüler auf Hängematten im DDR-Segelschulschiff Wilhelm Pieck, 1951 (CC-BY-SA 3.0).

Kentucky, 1821: Immer wieder flüchtet die Sklavin Rody aus der Gefangenschaft. Ihr „Besitzer“ schließt daraus: Die junge...
11/02/2025

Kentucky, 1821: Immer wieder flüchtet die Sklavin Rody aus der Gefangenschaft. Ihr „Besitzer“ schließt daraus: Die junge Frau muss geisteskrank sein. Er fordert deshalb das Geld vom Sklavenhändler zurück.

Februar ist Black History Month! Mehr Black History findet ihr auf wasbishergeschah.at.

Weiterführend:
Digital Library on American Slavery, Aufzeichnungen des Circuit Court Antrag #20782108, 1821.
Bob Eberly Myers II, „Drapetomania“. Rebellion, Defiance and Free Black Insanity in the Antebellum United States, Los Angeles 2014.

Bilder:
1) 3) New York Public Library, William H. Burridge, Gewaltsame Beschlagnahmung von Besitz, 1862.
1) 5) Wikimedia, James Richard Barfoot, Baumwollplantage, 1840 (CC BY 4.0).
2) 6) Wikimedia, Detail Entdeckung von Nat Turner, 1831–1876.
2) 4) 7) Wikimedia, Eyre Crowe, Sklav:innen warten auf ihren Verkauf, 1861.
4) New York Public Library, Auspeitschung von Sklav:innen, 1829.
6) New York Public Digital Gallery, Louis Gasselin, Prozess zu den Haymarket Bombings, 1886.
8) 9) Wikimedia, Samuel A. Cartwright.
9) Wikimedia, Mathew Benjamin Brady, Geißelnarben eines Sklaven, 1863.
10) Wikimedia, Sklav:innen pflücken Baumwolle, 1850.

Adresse

Universitätsring 1
Vienna
1010

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