Sarajevo, 1941: Die Muslima Zejneba Hardaga versteckt ihren jüdischen Nachbarn Jozef Kabilio und seine Familie vor den Ustascha. 50 Jahre später werden ihr die Kabilios im Bosnienkrieg das Leben retten. Im April 1941 bombardieren die Nazis Sarajevo. Dabei wird das Haus von Jozef Kabilio und seiner Familie zerstört. Zejneba Hardaga bietet ihre Hilfe an: Sie können bei ihr und ihrer Familie wohnen – und zwar so lange, wie sie wollen. Die Hardagas leben streng muslimisch. Dass sie einen fremden Mann wie Jozef in ihrem Haus übernachten lassen, ist sehr ungewöhnlich.
Freunden in Not zu helfen, ist ihnen allerdings wichtiger als religiöse Vorschriften. Sie behandeln ihre Gäste wie Familienmitglieder. Kurz darauf beginnen die mit den Nazis verbündeten Ustascha, die jüdische Bevölkerung von Sarajevo zu verfolgen. Die Hardagas geben den Kabilios nun nicht nur eine Bleibe – sie verstecken sie auch.
Bilder:
Yad Vashem, Zejneba Hardaga, 1942.
Geschichtsarchiv von Bosnien & Herzegovina, Bombardierung einer Synagoge in Sarajevo, 1941 (CC BY-SA 4.0).
Wikimedia, Diktator des Unabhängigen Staates Kroatien, 1941.
Yad Vashem, Jozef Kabilio, 1985.
Bundesarchiv, Jüdische Zwangsarbeiter beim Straßenbau in Jugoslawien, 1941 (CC-BY-SA 3.0).
Wikimedia, Stacey Wyzkowski, Zerstörte Straße in Sarajevo, 1996.
Im 9. Jhdt. gehört ein Teil von Spanien zum Reich der arabischen Umayyaden. Das Christentum kann weitgehend frei ausgeübt werden. Der Geistliche Paulo Álvaro fürchtet trotzdem die Islamisierung von Europa. Er empört sich: „Alle jungen Christen kennen nur die Sprache der Araber!“ Muslimische Literatur und Philosophie sind nämlich in Mode. Für öffentliche Ämter muss man Arabisch lernen. Paulo Álvaro sieht hier Verrat am christlichen Glauben. Er warnt vor dem Allerschlimmsten: Junge Menschen werden eines Tages kein Latein mehr schreiben können.
#Geschichte #wasbishergeschah #alandalus #alhambra #Latein
Bilder:
Die Presse 22.06.2015, Screenshot 25.3.2025.
Junge Freiheit 30.10.2024, Screenshot 25.3.2025.
Colonial Arts, Fandila, um 1810.
Wikimedia, Captain Blood, Iberische Halbinsel, um 910.
Wikimedia, E. Board, Albucasis versorgt Patienten, Cordoba, 1913.
Unsplash, Kirche Barcelona.
Kinder und Jugendliche wachsen als Arbeitskräfte auf fremden Bauernhöfen auf – in Österreich gibt es das bis Mitte des 20. Jahrhunderts. Oft sind die Eltern selbst Knechte und Mägde und haben kein Geld, um ihre Kinder zu versorgen. Wird eine Magd schwanger, ist sie auf sich alleine gestellt: Die Bauern erwarten, dass sie weiterhin die gleiche Arbeit leistet. Viele Frauen erleiden dadurch Fehlgeburten oder ziehen sich Verletzungen zu. Eine davon ist die Magd Roserl, die auf einem Hof im oberösterreichischen Pettenbach arbeitet.
Mehr zur Geschichte von Roserl und Theresia findest du im Blogbeitrag. Link in Bio!
Weiterführend:
Therese Weber (Hg.), Mägde. Lebenserinnerungen an die Dienstbotenzeit bei Bauern (Damit es nicht verlorengeht…), Wien/Köln/Graz 1985.
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Bilder:
Wien Museum, Karl Wiener, schwangere Frau und Mann, um 1930.
ÖNB Bildarchiv, Mädchen im Schnee, Tirol 1930.
ÖNB Bildarchiv, Bauernhofes auf der Lassnitzhöhe, 1954.
ÖNB Bildarchiv, Knechte und Mägde in Gößl am Grundlsee, 1920.
ÖNB Bildarchiv, Frauen scheren Schafe am Bauernhof in Gößl am Grundlsee, 1920.
Menschenknochen im Essen und Soldaten als Dünger. Klingt nach einem Horrorfilm, gab es aber 1815 nach der Schlacht von Waterloo wirklich.
#Soldaten #Knochen #Waterloo #Schlacht #Napoleon #Geschichte #wasbishergeschah
Bilder:
Wikimedia, Bjoertvedt, CC BY-SA 4.0, skeletal remains of a soldier from Waterloo, 2015.
Wikimedia, Emperor Napoleon in His Study, Jacques-Louis David, 1812.
Wikimedia, The Battle of Waterloo, William Sadler, 1815.
Wikimedia, Vasnetsov Grave digger, 1871.
Ku-Klux-Klan-Roben bei einem Kärntner Faschingsumzug – auf Social Media finden das erschreckend viele Menschen ok. Und das, obwohl der Bund für rassistische Gewalt und Morde steht.
Danke an Ralf Christoph Wuggenig für den Hinweis auf die KKK-Kostüme am Faschingsumzug.
Weiterführend:
Charles Lane, The Day Freedom Died: The Colfax Massacre, the Supreme Court, and the Betrayal of Reconstruction, New York 2008.
#wasbishergeschah #History #Geschichte #Colfax #USA #Rassismus #Sklaverei #BlackHistory #Kärnten #Fasching #Kostüm #KuKluxKlan
Bilder:
Screenshots, 5 Minuten: Facebook-Posting; User:innen-Kommentare Facebook und Instagram, 6.3. und 10.3.2025.
Wikimedia, Colfax-Massaker, Die Toten und Verwundeten werden weggebracht, 1873.
Wikimedia, Karikatur von Thomas Nast „Über die Abschaffung der Sklaverei nach dem Bürgerkrieg“, um 1865.
Wikimedia, Ehemalige Sklaven wählen in New Orleans, 1867.
Wikimedia, Andrew Johnson während des Wahlkampfes 1866, 1868.
Wikimedia, Mitglieder des Ku-Klux-Klans in ihren Verkleidungen, 1868.
Der Überläufer Józef Światło berichtet dem US-Geheimdienst in den 50ern von Verbrechen des polnischen Regimes. Der Geheimdienstsender „Radio Free Europe“ sendet die Enthüllungen direkt an die Bevölkerung in Polen – und macht die kommunistischen Machthaber nervös.
Mehr dazu im Blogbeitrag. Link in Bio.
Weiterführend:
Anna Grutza, Among Traitors, Thieves and Brokers. The Play of Intimacy in the Epistemic Economies of Cold War Itelligence Operations, in: Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften, 34/3 (2023), 118–137.
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Bilder:
Wikimedia, Andreas Bohnenstengel, Newsroom von „Radio Free Europe“ in München, 1994 (CC-BY-SA-3.0-DE).
Wikimedia, Józef Światło, 1952.
Wikimedia, Paul Papadimitriou, Sendemast 2010 (CC BY 2.0).
Wikimedia, US Kapitol, 1956.
Museum für Kommunikation Bern, Familie in Wohnzimmer beim Radiohören, 1953 (CC BY-SA 4.0).
Wikimedia, Polnischer Präsident Bolesław Bierut, um 1950.
Dutch National Archives, Warteschlange für Zeitungen, Polen, 1956.
1980er in Wien: In der Innenstadt fordert jeden Tag ein Pensionist in Toga lautstark Frieden. Der „Friedensapostel“ Waluliso reist zu Konferenzen in aller Welt – und trifft dabei Prinzen, Minister und Nobelpreisträger. Mit Toga, Lorbeerkranz, Stab und Apfel predigt er beim Stephansdom für den Frieden. Bald ist er stadtbekannt – und trifft berühmte Menschen. Dem sowjetischen Außenminister Eduard Shevardnadze schüttelt er die Hand. Bei Prinz Charles hinterlässt Waluliso einen so großen Eindruck, dass der ihm einen Brief schreibt. Schließlich stellt der Wiener Bürgermeister ihm sogar eine Empfehlung für ausländische Behörden aus. Bei Friedenskonferenzen in Moskau, Washington oder Berlin – Waluliso ist immer dabei.
Bilder:
Wikimedia, TARS631, Waluliso am Stephansplatz, 1982.
Wikimedia, TARS631, Waluliso auf der Mariahilfer Straße, 1983.
ÖNB, Klaus Titz, Freizeitaktivitäten auf der Donauinsel, 1988.
Flickr, Mary Harrsch, Jassir Arafat bei Madame Tussauds, 2006 (CC BY-NC-SA 2.0).
Wikimedia, Tsotne Lomidze, Eduard Shevardnadze im georgischen Parlament, vor 2003.
Flickr, Bradford Timeline, Prinz Charles, 1978 (CC BY-NC 2.0).
ÖNB, Klaus Titz, Waluliso am Roten Platz in Moskau, 1988.
Carrie Amelia Nation zerstört um 1900 Bars im US-Bundesstaat Kansas. Gemeinsam mit anderen Frauen protestiert sie so gegen den Ausschank von Alkohol.
#Alkohol #Konsum #trinken #Bier #Wein #Protest #herstory #Frau #Frauen #history #Geschichte #wasbishergeschah
Bilder:
Wikimedia, Carrie Nation mit Beil, 1900.
Wikimedia, Saloon in Californien, um 1900.
Wikimedia, Carrie Nation im Gefängnis, 1901.
Wikimedia, Wystan, Carrie Nation auf einem Wagen, 1902 (CC-BY-SA-2.0).
27.11.1990: Im letzten Kanton der Schweiz wird das Frauenstimmrecht eingeführt. In Appenzell-Innerrhoden können Frauen zwar seit 1971 an den Parlamentswahlen teilnehmen. Für ein Stimmrecht im Kanton braucht es aber einen Volksentscheid – und dort dürfen nur Männer abstimmen. Die Bewohner des Kantons lehnen mehrfach die Einführung ab – das dritte Mal im Frühling 1990. Doch die Appenzellerinnen legen beim Schweizer Bundesgericht Beschwerde ein. Das Gericht macht Schluss mit der Blockade durch die Männer und führt das Frauenstimmrecht endlich ein.
#Schweizergeschichte #Schweiz #Feminismus #Herstory #Frauenwahlrecht #Geschichte #wasbishergeschah
Bilder:
Pixabay, Schweizer Alpen.
ETH Zürich, Comet Photo AG, Nidwalder Landammann an der Landsgemeinde in Stans, 1978 (CC BY-SA 4.0).
ETH Zürich, Zsolt Somorjai, Abstimmung über kantonales Frauenstimmrecht in Hundwil, 1989 (CC BY-SA 4.0).
ETH Zürich, Hans Gerber, Demonstration für das Frauenstimmrecht und Frauenwahlrecht in Zürich 2, 1966 (CC BY-SA 4.0).
ETH Zürich, Wolfgang Lindroos, Ballonpropaganda für das Frauenstimmrecht, 1969 (CC BY-SA 4.0).
1704 protestieren Dienstboten in Wien gegen die Polizei – und zünden schließlich eine Wachstube an. Die Polizisten sind überfordert und suchen einen Sündenbock: Sie beschuldigen den Schwarzen Dienstboten Jacob Bock, obwohl der bei dem Brand gar nicht dabei war.
Februar ist #BlackHistoryMonth! Mehr #BlackHistory und den Blockbeitrag zu Jacob Bock findet ihr auf wasbishergeschah.at.
Links und Infos in der Bio.
Weiterführend:
Walter Sauer, Afrikanische Diaspora vor 300 Jahren: Vom ersten Angolaner in Österreich, in: INDABA 43 (2004), 20–24.
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Fotos:
Wien Museum, Johann Christoph Haffner, Panorama von Wien von Norden aus, um 1740.
Wien Museum, „Der Brand des Dorfes Ottakring nächst Wien“, 1835.
Polizeiarchiv, Stadtguardia, Rumorwache und Militärpolizeiwache.
Wikimedia, Franziska Christine von Pfalz-Sulzbach mit ihrem Lakaien Ignatius Fortuna, Gemälde von Johann Jakob Schmitz, 1772.
ÖNB Bildarchiv, Die „Schranne“, das Gerichtsgebäude der Stadt Wien, am Hohen Markt.