21/12/2025
Wiens berühmtester Feldherr war kein Wiener – und kein Frauenheld.
Prinz Eugen von Savoyen, 1663 in Paris geboren, interessierte sich weder für Ehe noch für Damen. Und das war kein Geheimnis. Als „Prinz Eugen, der tapfere Ritter“ wurde er in ganz Europa gefeiert. Doch die heroischen Darstellungen haben recht wenig mit der historischen Gestalt gemein. Der Mann auf dem Denkmal war klein, schmal, sicher keine Schönheit – und innerlich weit entfernt vom soldatischen Ideal seiner Zeit. Die männerdominierte Welt der Kasernen lag ihm ebenso wenig wie die gesellschaftliche Erwartung an männliche Rollenbilder. Stattdessen interessierte sich Prinz Eugen für Kunst, Philosophie, Botanik, Architektur – und Männer. Zeitgenossin Lieselotte von der Pfalz schrieb offen über ihn:
„Er incommodiert sich nicht mit Damen, ein paar schöne Pagen wären besser seine Sach”.
Was heute klar benannt wird, blieb damals unausgesprochen – schadete seinem Ansehen jedoch keineswegs. Im Gegenteil: Er war Ratgeber dreier Kaiser, einer der mächtigsten Männer Europas und Bauherr des Belvedere. Sein Privatleben stand nie im Widerspruch zu seiner politischen und militärischen Bedeutung. Wer am Heldenplatz vorbeigeht, sieht einen Kriegshelden. Wer genauer hinschaut, erkennt einen Mann, der außerhalb der Norm lebte – und Wien nachhaltig prägte.
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