14/11/2025
❗Ordnungsamt Düren: Retraumatisierung, verletzte Menschenwürde, verweigerte Pressefreiheit – und ein Strafverfahren, das die Stadt scheinbar nicht ernst nimmt
Wir müssen über einen Vorfall sprechen, der so in Düren passiert ist – und der nicht als Missverständnis oder „unterschiedliche Wahrnehmung“ abgetan werden kann.
Am 7. November begleiteten wir eine syrische Kriegsüberlebende, die in der Lagerstraße 3 den letzten Schritt in ihre Selbstständigkeit vorbereitete.
Eine einzige Behandlungsliege musste noch ausgeladen werden.
Dann erschien das Ordnungsamt – und die Situation eskalierte in wenigen Minuten.
Was passiert ist – und warum es jetzt strafrechtlich relevant ist
Die betroffene Frau wurde:
spöttisch kommentiert,
abgewertet,
respektlos behandelt,
und ihre Vergangenheit – Jahre schwerster Folter durch uniformierte staatliche Kräfte – wurde von einer Mitarbeiterin mit nur einem Wort verspottet:
> „witzig.“
Wir selbst wurden in unserer journalistischen Arbeit behindert, obwohl wir uns klar auf Artikel 5 Grundgesetz und das Landespressegesetz NRW berufen haben.
Wir mussten selbst die Polizei rufen, um unser Grundrecht auf Berichterstattung durchzusetzen.
Die Polizeibeamten handelten korrekt – aber die Eskalation war zu diesem Zeitpunkt bereits passiert.
Die Folgen für die Betroffene sind schwer und real!
Seit diesem Vorfall leidet sie erneut unter:
Albträumen,
Flashbacks,
Panikreaktionen,
und befindet sich wieder in psychologischer Behandlung.
Ein einziger respektloser Einsatz hat gereicht, um jahrelange Arbeit an ihrem eigenen Sicherheitsgefühl zu zerstören.
Und genau deshalb ermittelt die Polizei inzwischen – offiziell, umfangreich und wegen konkreter Straftatbestände
Das Ermittlungsverfahren läuft unter anderem wegen:
• Nötigung (§ 240 StGB)
Durch den Versuch, uns am Filmen zu hindern, Druck auszuüben und unsere journalistische Arbeit zu blockieren.
• Körperverletzung (§ 223 StGB) – psychische Gewalt
Kausal ausgelöste Retraumatisierung, nachweisbar durch aktuelle Behandlung.
• Verletzung der Menschenwürde (Art. 1 GG)
Durch spöttische, entwürdigende, respektlose Bemerkungen über Foltererfahrungen.
• Beleidigung (§ 185 StGB)
Durch abwertende Worte und spöttische Kommentare.
• Amtsmissbrauch / Pflichtverletzung (Art. 34 GG i. V. m. § 839 BGB)
Durch Verhalten, das nicht mit dem gesetzlichen Auftrag eines Ordnungsamts vereinbar ist.
• Behinderung der Pressefreiheit (Art. 5 GG, § 17 Landespressegesetz NRW)
Ein schwerwiegender Eingriff in ein Grundrecht, das Behörden gerade schützen sollen – nicht brechen.
Das ist kein Bagatellverfahren.
Das ist ein Verfahren, das zeigt, wie ernst der Staat selbst den Vorfall nimmt – im Gegensatz zur Stadt.
Und so reagierte die Stadt Düren – oder besser gesagt: so reagierte sie nicht
Die offizielle Antwort der Stadt beginnt mit:
> „Unabhängig von den unterschiedlichen Wahrnehmungen der Situation…“
Ein Satz, der wie ein Schlag ins Gesicht wirkt, wenn man die Fakten kennt.
Weiter heißt es:
> „Wir sind uns der Bedeutung der Pressefreiheit gemäß Artikel 5 Absatz 1 Satz 2 Grundgesetz bewusst…“
Wenn wir unsere Arbeit nur mithilfe der Polizei fortsetzen konnten, ist das kein Beweis für „Bewusstsein“, sondern für ein strukturelles Problem.
Und dann kommt:
> „Dies wird auch im Haus so kommuniziert.“
Wenn das stimmt, hat am 7. November niemand zugehört.
Denn alles, was an diesem Tag passiert ist, war das Gegenteil von dem, was angeblich „kommuniziert“ wird.
Was bis heute fehlt – und was das über Verantwortungsbewusstsein aussagt
- Keine Entschuldigung bei der Betroffenen.
- Keine persönliche Stellungnahme der Stadtspitze.
- Keine Übernahme von Verantwortung.
- Keine Transparenz, obwohl ein Strafverfahren läuft.
Stattdessen Formulierungen, die relativieren, verharmlosen und Zeit schinden.
Es hat nichts mit Mut zu tun, auf eine E-Mail zu antworten.
Mut wäre gewesen:
- Fehler einzugestehen,
- die Betroffene ernst zu nehmen,
- und öffentlich Verantwortung zu zeigen.
Nichts davon ist passiert.
Warum wir das öffentlich machen
Weil Menschenwürde keine Randnotiz ist.
Weil Pressefreiheit kein optionales Extra ist.
Weil traumatisierte Menschen Schutz verdienen – nicht Spott.
Weil Behörden Fehler machen können, aber sie nicht vertuschen dürfen.
Wir werden diesen Fall weiter begleiten.
Wir werden dokumentieren, wie die Stadt reagiert – oder nicht reagiert.
Und wir werden ihn sichtbar halten, bis Verantwortung übernommen wird.
Denn Vertrauen entsteht nicht durch Schweigen.
Es entsteht durch Haltung.
Und genau die fehlt in Düren bislang komplett.